St. Ursula mit ihren 11 000 Gefährtinnen gehört mit den Heiligen Drei Königen zu den Stadtpatronen, die in das Kölner Stadtwappen eingingen. Insofern kommt auch der auf St. Ursula geweihten Kirche eine besondere Bedeutung zu. Bereits die goldene Barockkrone, die den Turm von St. Ursula ziert, verweist auf die legendäre Königstochter, die angeblich mit ihren Gefährtinnen auf der Rückkehr von ihrer Pilgerreise nach Rom hier mit ihrem Verlobten Ätherius durch die Hunnen den Märtyrertod erlitten haben soll. Ein auf einer Steininschrift in der Kirche genannter römischer Senator Clematius erneuerte angeblich eine bereits voraufliegende Gedächtniskapelle auf dem römischen Friedhof, der als der Ort des Martyriums heiliger Jungfrauen angenommen wurde. Diese Kapelle, die auf das 4. Jahrhundert datiert wird, war somit die Keimzelle des späteren, seit 922 bestehenden Damenstifts. Aufgrund der Skelettfunde, die man im Zusammenhang mit der provisorischen Stadterweiterung von 1106 ausgrub und den 11 000 Märtyrerinnen zurechnete, setzte ein Pilgerandrang ein, dessentwegen man im 12. Jahrhundert die Kirche zur dreischiffigen Pfeilerbasilika mit Äbtissinnenempore umgebaut. Im 13. Jahrhundert ersetzte man den romanischen Chorabschluss durch einen erweiterten gotischen Hochchor, der mit seinen elf hohen Fenstern den Charakter eines riesigen Reliquienschreins für die angenommenen 11 000 Jungfrauen einnimmt. Neben der reichen Ausstattung sind, außer dem im Hochchor aufgestellten Ursula- und dem Ätherius-Schrein, unter anderem zwei Ursulazyklen und die moderne Gedächtnisstätte für die christlichen Märtyrer zur NS-Zeit zu nennen. Eine besondere Attraktion ist die 1643 gestiftete „Goldene Kammer“, ein kapellenartiges Reliquiar mit hunderten von Reliquien, insbesondere mit den für Köln so charakteristischen lächelnden Reliquienbüsten.