St. Severin mit dem markanten, das „Vringsveedel“ überragenden Westturm von 1393 bis 1500 und den beiden, den polygonalen Chor flankierenden Osttürmen ist die südlichste der mittelalterlichen Kirchen, die das Kölner Rheinpanorama bestimmen. Wiewohl sie dem Zyklus der Kölner romanischen Kirchen zugerechnet wird, ist sie doch stark gotisiert. Alle drei Türme tragen auch die ansonsten verschwundenen gotischen Knickhelme. Baugeschichtlich ist besonders interessant, dass hier auf einem ursprünglich römisch-frühchristlichen Gräberfeld aus einer Grabkapelle, die legendär Bischof Severin, dem dritten der Kölner Bischöfe, zugeschrieben wird, durch Erweiterung, Um- und Neubau schließlich der heutige Monumentalbau entstand. Insofern sind die unter der Kirche zu besichtigenden Ausgrabungen höchst beeindruckend. Das Herrenstift aus fränkischer Zeit erfuhr nach 900 einen Neubau als dreischiffige Basilika, dessen romanisches Langhaus über der Krypta bei der späteren Gotisierung erhalten blieb. Erhalten blieben auch an Ausstattung vor allem im Chor der 1237 geweihte Hochaltar, das zweireihige mittelalterliche Chorgestühl, ein noch romanischer Schmuckfußboden, Wandmalereien, an Gemälden ein zwanzigteiliger Severin-Zyklus und ein Bruno-Zyklus sowie Epitaphien des 16. und 17. Jahrhunderts. Wertvolle Textilreliquien werden heute in der Südkrypta verwahrt. An das einzige in Deutschland bekannte Labyrinth in einer Kirche, datiert um 1300, das sich in der Mitte des Langhauses befand und nur in einem Fragment überkommen ist, erinnert heute ein neues Bodenlabyrinth in der Pflasterung vor dem figural gestalteten Kircheneingang im Westturm.