St. Pantaleon ist ein frühchristlicher Heiliger des 3. Jahrhunderts aus Nikomedia, einer damals oströmischen Residenzstadt. Sein griechischer Name bedeutet „der mit allen Mitleidende“. Als einer der Vierzehn Nothelfer und als Patron der Ärzte und Hebammen wurde er insbesondere von der ottonischen Kaiserin Theophanu, Nichte des griechisch-oströmischen Kaisers und Gemahlin Kaiser Ottos II., verehrt. Nach dem frühen Tod ihres Gemahl führte Theophanu fast zehn Jahre, bis zu ihrem Tod 991, für ihren Sohn, den späteren Kaiser Otto III., die Vormundschaftsregierung. Im Gefolge eines wohl schon christlichen, vor der römischen Stadt gelegenen Baus von 250/260 und einer karolingischen, bereits dem hl Pantaleon gewidmete Kirche stiftete Theophanu der schon von Erzbischof Bruno gegründeten Benediktinerabtei einen herb romanischen Saalbau von kaiserlicher Dimension, der im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts zu einer dreischiffigen Basilika erweitert wurde. Der Gesamteindruck der Basilika wird auch heute noch bestimmt durch das markante, durch eine Vorhalle akzentuierte Westwerk mit westlichem Vierungsturm und flankierenden schlanken Treppentürmen, wobei die heute verkürzte Vorhalle ursprünglich durch ein monumentales Figurenprogramm ausgestattet war. Der Innenraum dieses Westwerks wird durch eine mächtige, ornamentierte dreiseitige Empore bestimmt. Im nördlichen Seitenflügel dieses Westbaus ist die Kaiserin in einem modernen Marmorsarkophag beigesetzt. Der für Köln so bedeutende Erzbischof Bruno fand seine Grabstätte in der Krypta. Im Wiederaufbau der Kirche wurde statt der Gewölbe des 17. Jahrhunderts entsprechend der ursprünglich romanischen Flachdecke eine ansprechende Kassettendecke eingezogen. Neben anderen Ausstattungstücken sind der spätgotische Lettner, der barocke Hochaltar von 1750, das älteste und prächtigste Orgelgehäuse Kölns von 1652 sowie, aus dem 12. Jahrhundert, der Maurinus- und der Albinusschrein beachtenswert. Mit den noch überkommenen Konventsgebäuden innerhalb der alten Immunitätsmauer stellt das bauliche Ensemble in der brodelnden Stadt eine einzigartige Insel der Stille dar.