Nach dem Dom ist St. Gereon rangmäßig die zweitbedeutendste Kirche der Stadt. Der großartige, als Dekagon erbaute spätstaufische ovale Kuppelbau, der größte zwischen der Bauzeit der Hagia Sophia und der des Doms von Florenz, geht auf einen noch in römischer Zeit um 350 bis 365 errichteten Ursprungsbau zurück. Seine Funktion ist unbekannt. Erst später wurde er im christlichen Sinne als Memorialbau den unter Diokletian hingerichteten thebäischen und mauretanischen Legionären zugeordnet. Nach der Legende soll die Mutter Kaiser Konstantins des Großen, die Heilige Helena, den Bau zur Verehrung dieser Märtyrer errichtet haben. Seit dem Mittelalter wird als Anführer der thebäischen Legionäre der Heilige Gereon verehrt. 818 wird in dem noch alten Kuppelbau, der auch den merowingischen Königen als Krönungskirche diente, Erzbischof Hildebold, der erste Erzbischof Kölns, beigesetzt. Im 11. und 12. Jahrhundert erfuhr der spätrömische Ovalbau seine Erweiterung durch ein Langschiff sowie insbesondere durch die reich gegliederte Chorfassade mit der beeindruckenden siebengeschossigen Doppelturmfassade. Unter dem Langhaus liegt eine imposante Krypta mit einem neuverlegten romanischen Mosaikboden. Nach der behobenen schlimmen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg, insbesondere des Dekagons, wurde die Basilika, die noch etliche qualitätsvolle alte Ausstattungsstücke bewahrt, 1979 bis 1984 mit den beachtlichen Farbfenstern von Georg Meistermann und Wilhelm Buschulte ausgestattet.