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Der Kranz der romanischen Kirchen Kölns

Keine andere deutsche Stadt hat ein solches Ensemble von romanischen Kirchen wie Köln. Den „Kranz der romanischen Kirchen“ bilden die zwölf auf uns gekommenen ehemaligen Stifts- und Klosterkirchen der mittelalterlichen „Sancta Colonia“. Durchweg von fürstlichen Stiftern für adlige Stiftsdamen und Stiftsherren initiiert, sind sie baugeschichtlich entsprechend qualitätsvoll und vielfach innovativ. Von der reichen Innenausstattung, insbesondere von den Fresken, blieb allerdings wenig erhalten.

Ihre Errichtung reicht vom 11. Jahrhundert, der Zeit der salischen Kaiser, bis zum Ende der Stauferzeit im hohen Mittelalter. Es ist die Zeit des „Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation“, und der Stil, der sich jetzt repräsentativ durchsetzte, ist der allerdings erst im 19. Jahrhundert so bezeichnete „romanische Stil“. Mit dem „Imperium Romanum“ wurde auch architektonisch der römische Baustil – mit Rundbogen, Gewölbe, Apsis und Kuppel – Bezugspunkt.

Allerdings wurden diese romanischen Kirchen nicht in einem Zug erbaut, vielfach noch nicht einmal als Ganzes geplant. Generationen veränderten, vergrößerten, verschönerten mit dem sich wandelnden Stil und Bedürfnis sowohl den Baukörper, dem gegebenenfalls Seitenschiffe, Kapellen und Türme hinzugefügt wurden, als auch das Innere. Bis 1247 währte diese Epoche. Die Stiftskirche St. Kunibert mit ihrem einzigartigen Glasfensterzyklus ist die letztgeweihte der romanischen Kirchen Kölns. 1248, mit der Grundsteinlegung zum Dom, zog die Gotik in die Stadt ein.

Aufgrund ihrer Reliquienschätze waren diese Kirchen natürlich auch Zielpunkt zahlreicher Pilger. Zudem bewegten sich im Mittelalter oft mehrstündige Prozessionen von einer Kirche zur anderen. Am eindrucksvollsten war der Leichenzug für Ebf. Anno II. Sein Leichnam wurde, bevor er die Stadt verließ und über St. Heribert in Deutz nach Siegburg weitergeleitet wurde, in einer achttägigen Prozession in allen großen Kirchen, zuletzt im damaligen romanischen Dom, aufgebahrt.

Jede dieser großartigen Kirchen verdient eine eigene Betrachtung. Falls Sie Interesse an einer dieser Führungen haben, sollten Sie etwas Muße mitbringen.
Mit dem Konzept „Rund um St. Andreas“ usw. (siehe unter Stadtführungen) möchte ich Ihnen, bevor wir zu einer nicht zu überladenen Innenbesichtigung der betreffenden Kirche übergehen, zugleich das jeweils sehr verschiedene historische Umfeld in den Blick rücken: hier ein antiker Memorialbau für Märtyrer, dort die triumphale Überbauung eines heidnischen Tempels, bei einem anderen Bau ganz praktisch die Nutzung antiker Fundamente; Gegebenheiten, die u. U. nicht nur in die bauliche, sondern auch in die Liturgie eingingen.- Dauer: jeweils 1 bis 1 ½ Stunde.

1 Kommentare

  1. Heinz M. on sagte:

    Vielen Dank für diesen tollen Artikel. Ich bin selber sehr interessiert an romanischen Kirchen. Ich werde also sicherlich einmal eine Führung bei Ihnen mitmachen. Mit freundlichem Gruß, Heinz

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